Schwarz-Rot-Gold gehört nicht den Nationalisten!

Deutschlandflagge
[Foto: Wikimedia Commons]

Die Neue Rechte usurpiert nationale Symbole wie die Deutschlandflagge und bemächtigt sich der Geschichte der deutschen Freiheitsbewegung.

Schwarz-Rot-Gold sind nach Art. 22 Abs. 2 des deutschen Grundgesetzes die Farben der Flagge der Bundesrepublik Deutschland. Die Urburschenschaft von 1815 führte erstmals diese Farben und machte sie - nach den Befreiungskriegen - zu einem Symbol für die Einheit der vielen deutschen Staaten. Das Ziel der Studenten waren auch Freiheitsrechte und politische Mitbestimmung. Beim Hambacher Fest 1832 wurde die schwarz-rot-goldene Fahne erstmals in der heutigen Form geführt. Sie wurde das Symbol für eine deutsche Republik. Nach Niederschlagung der Märzrevolution von 1848 durch die reaktionären Kräfte wurden die Farben aus dem öffentlichen Leben (zunächst) wieder verbannt. „Schwarz-Rot-Gold“ erinnert daran, dass die (damals kurze) Freiheit mit Blut bezahlt war:

(...)
Die Freiheit ist die Nation,
Ist aller gleich Gebieten!
Die Freiheit ist die Auktion
Von dreißig Fürstenhüten!
Die Freiheit ist die Republik!
Und abermals: die Republik!
Pulver ist schwarz,
Blut ist rot,
Golden flackert die Flamme!

[Ferdinand Freiligrath, 17. März 1848]

Wie kann man „Schwarz-Rot-Gold“ schwenken, aber gleichzeitig den Rechtsstaat und die Gewaltenteilung, also die Republik, in Frage stellen...??? Wie kann man Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nur für einige Staatsbürger denken?


»Wer heute Menschenrechte und Demokratie verächtlich macht,
wer alten nationalistischen Hass wieder anfacht,
der hat gewiss kein historisches Recht auf Schwarz-Rot-Gold!«
[Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident, 9. November 2018]


Der Traum der Rückkehr zum Nationalismus verkennt die globale Situation. Die Zukunft braucht - im deutschen Interesse - einen aufgeklärten Patriotismus, der Win-Win-Lösungen schafft.

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Von der Novemberrevolution 1918 ins Heute

Mit der Novemberrevolution entstand vor 100 Jahren Deutschlands erste Demokratie.



Franka Kaßner: Schlaf, Bürger, schlaf!
[Foto: 8. November 2018, Heinz Theuerkauf, flickr]


Franka Kaßner: “Schlaf, Bürger, schlaf!”

Öffentliche Installation auf der Kunst-Insel am
Lenbachplatz, München, 7. November 2018 – 15. Januar 2019

Kaßner (*1976 Oschatz, lebt und arbeitet in Leipzig und München) gewann 2006 den Lothar-Späth-Preis der Stiftung Kunstakademie München. Das Billboard auf der Kunst-Insel auf dem Lenbachplatz wird betreut vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Auf die Vorderseite der Tafel setzt die Künstlerin einen Notensatz des Kinderliedes „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ - mit abgeändertem Text; die Rückseite ist monochrom in leuchtendem Rot gehalten. Kaßner erinnert damit an die Novemberrevolution 1918, die Deutschland weitgehend friedlich die Demokratie brachte, und im Besonderen an Kurt Eisner Portrait Kurt Eisner – idealistischer Pazifist - der vom 7. auf den 8. November 1918 den Freistaat Bayern proklamierte und sein erster Ministerpräsident wurde. Im Februar des darauffolgenden Jahres wurde Eisner von einem Studenten hinterrücks ermordet - kurz bevor er nach einer Wahlniederlage seinen Rücktritt als Ministerpräsident bekannt geben wollte. Der Attentäter, Anton Graf von Arco auf Valley, - aus dem Umfeld der deutsch-völkischen und antisemitischen Thule-Gesellschaft - sprach Eisner explizit ab, ein Deutscher zu sein - womöglich, weil er Jude war - und bezeichnete ihn als Landesverräter, weil er - um bessere Friedensbedingungen zu erreichen - Geheimdokumente offen gelegt hatte, aus denen hervorging, dass die kaiserliche Reichsführung im Sommer 1914 unbedingt einen großen Krieg wollte. Dies belegte die deutsche Kriegsschuld.

100 Jahre nach der Ausrufung des Freistaats in einer Zeit, die von Brexit, vom erstarkenden Rechtspopulismus und von Einschränkungen der Pressefreiheit und der Gewaltenteilung geprägt ist, liest sich das Kunstwerk wie ein Appell an jeden einzelnen, Verantwortung zu übernehmen für den Erhalt von Frieden und Demokratie.

»Jedes Menschenleben soll heilig sein.«
[Kurt Eisner, 7. November 1918]

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Stabilität und Wandel: zwei Seiten der selben Medaille

»Stabilität« wurde im hessischen Wahlkampf 2018 zu einem politisch aufgeladenen Begriff. Bedeutet angesichts der Herausforderungen, vor denen wir - global wie gesellschaftlich - stehen, Stabilität heute aber nicht, die Welt an die Wand zu fahren? Um die Schöpfung und den Gemeinsinn in unserer Gesellschaft - auf denen unser Wohlstand letztlich basiert - zu erhalten, ist ein mutiger Wandel hin zu mehr Rücksicht und Verantwortung für Mensch, Tier und die Erde nötig. Während gleichzeitig ein demokratisches Deutschland und Europa »fest und klar und heiter« - und gemeinsam - das offensichtlich Notwendige anpacken.

Gleichwohl bezeichnen sich Menschen, die die heutigen Herausforderungen so lange wie möglich zu ignorieren versuchen, gern als konservativ. Warum? Eine zukünftige Koalition in Bayern bewirbt sich als "bürgerlich". Verstehe ich das richtig? In Deutschland bin ich heuers nicht mehr bürgerlich, wenn um die Schöpfung und den gesellschaftlichen Gemeinsinn mir bang ist?

Wenn nun ein Mann, der gerade einmal 16 Monate jünger als die Kanzlerin ist, in der Hauptstadtpresse erklärt: „Wir brauchen Aufbruch und Erneuerung“, erinnert das Jagoda Marinic an die wieder aufgebaute Frankfurter Altstadt: »Vergangenes wird rekonstruiert. (...) Wie wäre es mit einem mutigen Konservatismus, der nach vorne geht? Widerstände lassen sich auch selbstbewusst als das Aufbäumen des Alten deuten, statt es zu einer reaktionären Zukunftsbewegung zu stilisieren. Die ständige Flucht in die Rekonstruktion wird zum Symptom der Furcht vor der Zukunft. Erschreckend ist dabei die Praxis, jüngere Generationen und ihre Vielfalt auszuschließen. Erneuern, das wäre das Identifizieren zeitgemäßer Probleme, diese werden jedoch von den alten Diskursschleifen überlagert. Eingespielte Teams aus Bundespolitikern und Medienvertretern gehen politische Fragen mit bewundernswerter Ignoranz so an, als würden junge Menschen und Minderheiten nicht existieren. Erneuern, das hieße auch, nicht ständig die Gegenwart zu beschädigen, indem man so tut, als ob das Alte ewig währt.« [Süddeutsche Zeitung, 2018/11/03]

Schon die Römer waren nicht zuletzt deshalb so (lange) erfolgreich, weil sie es verstanden, den Wandel zu managen. Gutes aus den Provinzen zu übernehmen, noch weiter zu verbessern und dann überall im Reich verfügbar zu machen.














Die gekidnappte öffentliche Meinung

Sprache schafft eine wahrgenommene Wirklichkeit über der Wirklichkeit. "Flüchtlingswelle" - gerade so als wäre Deutschland einer Naturkatastrophe ausgeliefert, "Asyltourismus" - ein Begriff, der Leid und Terror in Abrede stellt, "Heimat" - nur im Sinne einer Blutsgemeinschaft, "Volk" - nur aus AfD-Mitgliedern, "bürgerlich" - nur die, die auf Seiten von Söder stehen, „Steuerverantwortung“ - anstelle von "Steuerlast", "Lügenpresse" - als gäbe es keine Panama Papers, "Klimawandel" - obschon die menschliche Zivilisation infrage steht. Politisches Framing beansprucht einen Deutungsrahmen, prägt die Wertvorstellung, formt ein Menschenbild. Gerade so wie Militärs die Nationalflagge auf einem Gebäude oder Gipfel hissen, um einen Herrschaftsanspruch geltend zu machen, tut dies Politisches Framing mit unserem Gehirn. Dadurch, dass die metaphorischen Sprachbilder gern an Gefühle und Urinstinkte andocken, manifestieren sie sich in unseren Köpfen - bevor ihre Bedeutung hätte rational gefiltert werden können. Und die Erregungskultur der sozialen Netzwerke und Filterblasen multipliziert ihre Reichweite und Potenz. Eine ausgrenzende, spaltende, diffamierende Sprache ist ein "gewaltiger" Angriff auf unsere demokratische Freiheit und deformiert die Grundlage unseres Wohlstands: die res publica. Diese Art der Sprache will sprachlos machen, will die politische Debatte, will das gemeinsame Ringen um berechtigte Interessen unterbinden.

In den USA der Briefbomben wird journalistische Arbeit - die Recherche, die Suche nach Quellen und Belegen jenseits einer radikalen Subjektivität - als "feindselig" abgestempelt.

»Alle diese Lügen, auch wenn ihre Urheber
sich dessen nicht bewusst sind,
sind potenziell gewaltsam.«

[Hannah Arendt, deutsch-amerikanische politische Philosophin,
in: "Wahrheit und Politik", 1967]

»Das ist das Gefährlichste an dieser Politik der Lüge:
dass sie nicht nur Personen vernichten will,
sondern den Bezug auf eine Realität, die allen gemeinsam ist.
Die permanente Desinformation zersetzt den öffentlichen Diskurs
und unterwandert alle Begriffe, Normen und Institutionen,
die eine Gesellschaft verbinden.«

[Carolin Emcke, in Bezug auf den amerikanischen Präsidenten, Süddeutsche Zeitung, 27. Oktober 2018] »Mit analytischer Empathie schildert sie, wie Gewalt, Hass und Sprachlosigkeit Menschen verändern können. Dagegen setzt Emcke auf das Vermögen aller Beteiligten, zu Verständigung und Austausch zurückzufinden.« [in der Laudatio zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2016 an Emcke]

»Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit.
Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.«

[Rosa Luxemburg, Sozialistin. Am 15. Januar 1919 in Berlin
von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet]


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Der Earth Overshoot Day - unser ökologischer Fußabdruck

1970 verbrauchte die Menschheit noch 1 Erde pro Jahr. 2018 verbrauchen wir in einem Jahr die Ressourcen von 1.7 Erden (also 1.7 mal so viel, wie auf der Erde in einem Jahr nachwächst). Seit dem 1. August 2018 also, dem diesjährigen Earth Overshoot Day, ist unser Ration für 2018 aufgebraucht. Interessant: wenn alle Menschen auf der Welt so wie wir Deutschen leben würden, wäre der Earth Overshoot Day schon am 2. Mai gewesen...

Earth Overshoot Day

Earth Overshoot Day

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Berechne deinen persönlichen
Earth Overshoot Day -
und siehe, wie du deinen ökologischen Fußabdruck reduzieren kannst!


















CO2-Abgabe:

Deutschland muss voran gehen!

CO2 braucht einen Preis!

Wir steuern auf die Klima- und Umwelt- und Flüchtlingskatastrophe zu. International vereinbarte Klimaschutzziele werden derweil verschoben oder ignoriert. Treibhausgase zu verursachen ist noch immer ein Kavaliersdelikt und mit keinen (oder nur sehr geringen Kosten) verbunden. Die erheblichen Folgekosten und Umweltschäden werden sozialisiert. Wenn es Flugtickets für 30 oder 40 € gibt, ist klar, dass ein Teil der tatsächlichen Kosten von anderen bzw. von der Allgemeinheit getragen werden muss. Wenn die Polkappen abschmelzen, sind laut Weltbank allein bis 2050 ca. 150 bis 800 Millionen Menschen gefährdet bzw. zur Flucht gezwungen, weil der Boden unter ihren Füßen im Meer versinkt. Im Interesse zukünftiger Generationen muss damit jetzt Schluss sein! Wer die Atmosphäre verschmutzt soll auch dafür zahlen. Eine verursachergerechte CO2-Abgabe macht die Klimakosten transparent - für Unternehmen wie für Bürger. Die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Öl, Gas) steht dann nicht länger als "kostengünstig" da, stattdessen wird eine nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweise begünstigt. Ausnahmen vom Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) darf es nicht mehr geben: die Befreiungen von Steuern, Umlagen, Netzentgelten usw. auf Energie- und Strompreise für die Industrie beliefen sich 2016 auf 17 Milliarden €.


CO2-Abgabe Unterzeichnen

Unterstützen Sie daher den Verein co2abgabe.de, den Bürger, Unternehmen sowie Vertreter von Vereinen und Verbänden den gegründet haben.














»Im Moment gibt eines historische Angst um die eigenen Kinder.
Ich kenne viele, die sagen, meine Kinder werden es schlechter haben.
Ich kenne niemanden, der sagt, meine Kinder werden es besser haben.«
Claudia Langer (52)

Für alles gibt es eine Lobby,
nur nicht für Generationen-Gerechtigkeit.


CO2 braucht einen Preis!

Die älteste Übereinkunft der Menschheit ist in Gefahr – der Generationenvertrag. Vorangegangene Generationen haben immer versucht, ihren Kindern eine bessere und gerechtere Welt zu hinterlassen. Wir ahnen inzwischen, dass wir unseren Kinder und Enkeln erdrückende Probleme aufbürden. Kurzfristiges Denken, Konsum- und Wachstumswahn sind dabei, die Erde für unsere Nachkommen unwirtlich und unbewohnbar zu machen. Und es ist klar, dass es jetzt von uns abhängt, ob die Grundlagen für eine lebenswerte Welt erhalten bleiben. Unsere Generation (die Generation 'Man müsste mal' - Claudia Langer) hat heute das Wissen, um die Probleme der Welt zu lösen. Übernehmen wir Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen: entscheiden wir uns zu handeln. Damit auch unsere Kinder und Enkel eine Chance auf ein lebenswertes und glückliches Leben haben.



Setzt! Endlich! Grenzen!

»Wir steuern im Irrsinnstempo auf eine unbeherrschbare globale Situation zu.
Wenn wir nicht radikal umsteuern, fahren wir die Zivilisation an die Wand.«
Hans Joachim Schellnhuber
Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung,
Mitglied des Weltklimarats, Träger des Deutschen Umweltpreises
sowie des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse

Die Grenzen des Planeten müssen konsequent in wirtschaftliches Handeln eingerechnet werden. In jedes Auto, Handy oder Kleidungsstück müssen die Kosten einfließen, die anfallen, um Gewässer, Luft, Böden, Wälder, Rohstoffreserven und Menschen zu schützen. Nur so lässt sich die Lebensgrundlage künftiger Generationen sichern. Kosten für überdüngte Böden, verschmutztes Wasser und der Verlust der Artenvielfalt müssen Berücksichtigung finden.

Die Bereitschaft zu Veränderung ist da, doch auf freiwilligen Verzicht zu setzen, ist naiv und fahrlässig. Die Politik muss stärker eingreifen - nicht nur mit Verboten, sondern als Planer, Vermittler und Entscheider.

[Quelle: Setzt! Endlich! Grenzen! Süddeutsche Zeitung, 16. Juni 2018]



»Dass Menschen sich wegen biologisch minimaler Unterschiede im Phänotyp, wegen kultureller Differenzen, die schon angesichts unserer Gattungsgeschichte nur Fußnoten sind, die Köpfe einschlagen, während der Thermostat der Erde außer Kontrolle gerät, hat etwas Erbärmliches.«
[Gustav Seibt, in: Big History erklärt die Geschichte vom Urknall bis zum Anthropozän.
Süddeutsche Zeitung, 31. August 2018]



»Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.«
Bertolt Brecht, deutscher Dramatiker und Lyriker, 1898-1956

Stephan Schulmeister (*1947, Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo, Wien) zeichnet in seinem Buch Der Weg zur Prosperität [Ecowin, 2018] eine wirtschaftspolitische Navigationskarte, einen "besseren Weg" für die Zukunft, der Polaritäten ausbalancieren will: Individuum und Gesellschaft, konkurrieren und kooperieren / Anteil nehmen, Vernunft und Emotionen, Wirtschaft und Umwelt. Seine (exemplarischen) Vorschläge bezeichnet er als unternehmer-freundlich, aber strikt finanz-alchemie-feindlich:














Liberalismus vs. Populismus

Populisten-Europakarte

Populisten-Profiling

[Quelle: Deutsche am widerstandsfähigsten gegen Populismus. Die Welt, 21.11.2016]

»Populisten waren nicht an der Macht, als die Finanzmärkte zusammenbrachen. Populisten sind nicht in andere Länder einmarschiert auf der Basis fabrizierter Beweise und haben sie dann in den Händen lokaler Warlords verrotten lassen. Es waren Liberale, nicht Populisten, die Steuerhinterziehung und wachsende Ungleichheit toleriert haben, die Whistleblower, die unbequeme Wahrheiten aufdeckten, verfolgt haben und die sogar Gefangene gefoltert haben. All dies hat liberale Werte kompromittiert; es hat das wunderschöne liberale Aquarium zu einer Fischsuppe gemacht. Kein Wunder, dass die Wähler nach einer Alternative suchen. Die liberale Ordnung wird überall im Westen angegriffen, und zu Recht. Sie wird nur überleben, wenn sie liefert, was die Populisten nicht können: eine überzeugende Vision, wie die komplexen europäischen Netzwerke, die nationale Gesetze und Grenzen überschreiten, beherrscht werden können.« [Jan Zielonka, Professor für Europäische Politik in Oxford: Selbst schuld, wenn die Populisten gewinnen! Die Zeit, 12. Februar 2018]

»Neoliberalismus und Finanzkapitalismus haben Europa in eine Identitätskrise geführt. Sie sind unvereinbar mit den Grundwerten 'Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit', mit der Bedeutung gemeinschaftlicher Institutionen wie Verbänden oder Sozialstatt und mit der ökonomischen Stärke Europas, die in der Realwirtschaft liegt. Neoliberale 'Grundwerte' wie Eigennutz und Konkurrenz hingegen bestimmen unser Verhalten im Alltag, entfremden uns von uns selbst und von unseren Mitmenschen: Die Sehnsucht nach Ganzheit auf individueller und sozialer Ebene ist blockiert, wenn das Bedürfnis der Menschen nach Anteilnahme und Solidarität unterdrückt wird.« [Stephan Schulmeister (*1947, Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo, Wien) in seinem Buch Der Weg zur Prosperität, 2018]
Schulmeister erklärt in seinem Buch Der Weg zur Prosperität, wie der 'marktreligiöse' Charakter der neoliberalen Ideologie, nach der nur das Individuum und die Konkurrenz das ökonomisch Beste ermöglichen ("Sozialstaatlichkeit führt in die Knechtschaft" nach Friedrich August von Hayek), unser Zusammenleben prägt. Angesichts der Ausbreitung des Prekariats und von Menschen in Angst, die Sündenböcke suchen, hält er den Neoliberalismus als das erfolgreichste Projekt der Gegenaufklärung. Paradoxerweise verkaufe sie sich als eine Ideologie im Namen der Freiheit, sie fordere aber die Unterwerfung.

»Eine Untersuchung des Washingtoner Democracy Fund im Juni 2017 hat sehr unterschiedliche Prägungen und Motive bei seinen Anhängern festgestellt, von klassischen Konservativen über Ultra-Handelsliberale bis hin zu Identitären. Absolut einig waren sie sich indes in vier Punkten: der Abneigung gegen Clinton, muslimische Immigranten und illegale Einwanderer - und in einer sehr negativen Sicht auf die eigene finanzielle Zukunft. (...) Trump profitiert von einer Mischung aus Ohnmacht, Angst und Zorn. Aber das Nullsummenspiel, das Trump zum ordnenden Prinzip der Welt erklären will, wird für immer mehr Amerikaner zum Leitmotiv ihres eigenen Lebens. Das ist der wahre Nährboden des Trumpismus. Es ist auch eine Lehre für Europa.« [Constanze Stelzenmüller, Robert Bosch Senior Fellow am Brookings Institution, Washington: Es sind nicht nur weiße Männer, die hinter Trump stehen. Süddeutsche Zeitung, 17. Februar 2018]

Vielleicht verhilft ja am Ende eine Bedrohung von außen der gemeinsamen Vision und den europäischen Werten wieder zu mehr Popularität?














maze with peace dove

2018

ein wenig mehr
das Gemeinsame
im Auge behalten.
Nicht das
Trennende.

Stay amazed!




»...dass wir uns von den Primaten kaum unterscheiden - außer in einer Fähigkeit, und das ist unsere soziale Kompetenz. (...) Wir sind letztlich eine Art Super-Organismus geworden, bei der das, was ich weiß, von ganz vielen anderen herkommt, um es wiederum anderen (und der Kamera) mitzuteilen.«
[Raoul Schrott (*1964 Landeck / Tirol), Literaturwissenschaftler]



»Der wirkliche Unterschied zwischen Menschen und allen anderen Tieren liegt nicht auf der individuellen Ebene, sondern auf der kollektiven Ebene. Menschen kontrollieren den Planeten, weil sie die einzige Tiere sind, die flexibel und in sehr großer Anzahl kooperieren können.«
[Yuval Noah Harari (*1976 Haifa), Historiker]



Wachsen und gedeihen kann man dauerhaft nur gemeinsam

Sich für etwas einzusetzen, das der öffentlichen Sache dient,
ist kein elitärer Altruismus, sondern schlicht nachhaltiges Eigeninteresse.
[Carolin Emcke, SZ 2018/01/20]





Zur humanistischen Dimension des Heimat-Begriffs

Obelisk von Olu Oguibe

Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument

...stand einmal auf Königsplatz in Kassel,
wo Johann Wolfgang Goethe 1792
die Herberge verweigert wurde,
weil der Inhaber ihn für einen
französischen Aufrührer hielt.

[Foto: 6/2017 Wikimedia Commons.
Lizenz: Creative Commons Namensnennung -
Weitergabe unter gleichen Bedingungen
]

Der 16.20 m hohe Obelisk von Olu Oguibe, Kunstwerk der documenta 14 (2017), ist keinem Gott oder Herrscher gewidmet – sondern Menschen, die Schutz suchen, ebenso wie Menschen, die Schutz gewähren. Auf seinen vier Seiten trägt der Obelisk folgende Inschrift in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch und Türkisch - den in Kassel am häufigsten gesprochenen Sprachen:

„Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“

Das Zitat aus dem Matthäus-Evangelium steht im Zusammenhang mit Äußerungen Jesu über Heiden. Als ein Teil seiner Anhänger erwiderte, er habe doch nie Hilfe benötigt, antwortet Jesus: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder, habt ihr es mir getan. Und als andere meinen, sie hätten ihm doch immer geholfen, sagt Jesus: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es nicht getan habt einem dieser Geringsten, habt ihr es mir auch nicht getan.

Der Künstler, der in Nigeria und England studierte, lehrt an der University of Conneticut. Im September 2017 erhielt Oguibe den mit 10.000 € dotierten Arnold-Bode-Preis der Stadt Kassel. Nach eigener Darstellung machte er das Kunstwerk mehr für die Menschen in Kassel als für die documenta: da Kassel eine lange Geschichte hat, Fremden eine Heimat zu geben. Oguibe erinnert an dieser Stelle an die Zuwanderung der Hugenotten ab 1685.

»Der Obelisk ist ein zeitlose Form, eine Form, die aus dem Altertum stammt, ursprünglich kam sie aus Afrika. Sie reiste um die Welt. Wir nutzen sie in diesem Zusammenhang, um ein universelles, zeitloses Prinzip in die Zukunft zu projizieren: die Idee der Barmherzigkeit und Gastfreundschaft gegenüber Fremden. Aber auch Dankbarkeit gegenüber Gastgebern. Denn ich glaube, Barmherzigkeit und Gastfreundschaft bedürfen letztendlich der Reziprozität. (...) Ich glaube, es ist wichtig festzustellen, dass Gastgebern Kosten erwachsen. Freundlichkeit ist nicht umsonst.

Ich interessiere mich mehr für die positive Geschichte der Stadt, eine Stadt, in der Fremde, Besucher, Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt eine Heimat fanden. Das wollen wir anerkennen. Seine Tür einem Fremden zu öffnen ist ein Akt des Vertrauens. All das ist verwoben in den Text, der für die Inschrift gewählt wurde. Er bekräftigt die Notwendigkeit der Gastfreundschaft, er bekräftigt die Notwendigkeit der Reziprozität, der Anerkennung, dass Nächstenliebe ein Vertrauensakt ist.

Wenn solche Fremde in eine Gemeinschaft kommen, bringen sie auch etwas mit. Sie bringen Fähigkeiten, sie bringen Diversität, Kultur, sie bringen Küche. So erweitern sie die Gemeinschaft, sie bereichern die Gemeinschaft, (...) sie bereichern die menschliche Erfahrung.

Für mich ist das Ziel, einen Raum zu hinterlassen für Reflexion, für Einkehr, vielleicht sogar für Debatte um die Fragen der Gastfreundschaft und Dankbarkeit.«

[Olu Oguibe, auszugsweise zitiert aus dem folgenden Video]



In Kassel wurden der kreisrunde Königsplatz, der Friedrichsplatz wie auch das Museum Fridericianum von Oberhofbaumeister Simon Louis du Ry (1726 - 1799) geschaffen. Er entstammte einer hugenottischen Flüchtlingsfamilie.

Ein Jahr lang stritt Kassel nun über den dauerhaften Verbleib des Obelisken. Am Tag der deutschen Einheit, am 3. Oktober 2017, wurde er morgens früh um 4.30 Uhr abgebaut, wurde das Monument selbst zum Flüchtling. Mehr: auf Welt-der-Form.


»Heimat ist nicht das Land -
sie ist die Gemeinschaft der Gefühle.«
[Ian Hamilton Finlay, CBE,
*1925 Nassau / Bahamas †2006 Edinburgh,
schottischer Lyriker, Schriftsteller und
Künstler der Konkreten Poesie]














UNHCR-Winterhilfe


Millionen syrische Flüchtlinge und Vertriebene müssen bereits den siebten Kriegswinter in Zelten, heruntergekommenen und ungeheizten Gebäuden oder anderen Notunterkünften überstehen. Der drohende Frost, Schneefälle, Dauerregen oder Stürme bedrohen Gesundheit und Leben zahlloser Menschen in den Krisengebieten des Nahen Ostens. Während die Temperaturen im Nahen Osten fallen, versorgt das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) Millionen Menschen in der Region, darunter Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Gastgemeinden mit dringend benötigten Hilfsmitteln für den Winter.

Alles, was wir für uns selbst tun, tun wir auch für andere,
und alles, was wir für andere tun, tun wir auch für uns selbst.
[Thích Nhat Hanh (*1926), Vietnam]














65 Millionen Menschen weltweit sind derzeit auf der Flucht. Der Film „Human Flow“, in 23 Ländern gedreht, »lässt Flüchtlinge zu Wort kommen, gibt ihnen ein Gesicht. Der Film ist ein berührendes Plädoyer für ihre Würde und zeigt, dass es keine "Flüchtlingskrise" gibt, sondern eine Krise der Menschheit.« [aspekte, ZDF, 10. November 2017]

Dem Künstler und Aktivisten Ai Weiwei gelingt ist ein bildgewaltiges Dokument unserer Gegenwart. [Von Kerstin Decker, Tagesspiegel, 15.11.2017]

»Grenzen halten nur arme Leute auf, für die Reichen existieren sie nicht.«
Ai Weiwei im Interview [Süddeutsche Zeitung, 16. November 2017]

Paul Katzenberger (SZ): Können Sie mir empfehlen, was etwa ich als kleine unbedeutende Einzelperson tun kann?

Ai Weiwei: Eigentlich reicht es aus, immer wieder an die Flüchtlinge zu erinnern. Das, was sie am dringendsten brauchen, ist nicht Geld, sondern, dass sie als Menschen wahrgenommen werden. Diese Achtung vor ihnen kann in sehr Wenigem bestehen (...) Wer keine Scham empfindet, wird Teil dieser Dunkelheit. Doch jeder kann eine Kerze anzünden.

Interview von Petra Sorge mit Anne C. Richard, der Beraterin Ai Weiweis, über das Zustandekommen des Films, über Kunst als Mittel der Politik. [Stern, 9. November 2017]

»Ein moralischer Nebel verschleiert
unsere juristischen und ethischen Verpflichtungen
gegenüber 'leidenden Fremden'.«
[Seyla Benhabib, 2016.
Als sephardische Jüdin in der Türkei geboren,
lehrt sie politische Philosophie an der Yale University]











3 Jahre später. Nachtrag.

Paradise Papers, Steuertricks, Lobbyismus und der Staat

...zu den Enthüllungen zu Steueroasen weltweit ("Paradise Papers", "Skinheads in Nadelstreifen"), die 2016 der Süddeutschen Zeitung zugespielt und am 5. November 2017 gleichzeitig weltweit durch Journalisten des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) öffentlich gemacht wurden:










4 Jahre = viel oder wenig?

Die Thesen im Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl wurden von einem Team aus 26 Jung- und Erstwählerinnen und -wählern zwischen 18 und 26 Jahren aus ganz Deutschland erarbeitet. Manche Thesen erscheinen zugespitzt oder aus dem Kontext gerissen, bei anderen Thesen wünscht man sich einen genaueren Blick auf die Ursachen eines Problems: bloß ein Symptom zu behandeln ("Quick Fix") ist - wie in der Medizin - häufig nicht nachhaltig. Die Auswahl wirft Fragen auf:

Zum Verhältnis von Macht, Mehrheit und Einfluss

»The word majority does not refer to numbers,
and it does not refer to power.
It refers to influence.«
[James Baldwin, afroamerikanischer Schriftsteller, 1960]

So konnten z.B. die Schwarzen während der Apartheid in Südafrika ihren Gegnern ihren Willen (obwohl zahlmäßig überlegen) genauso wenig aufzwingen, wie die Regierung der DDR ihren Untergang verhindern konnte (trotz ihres umfangreichen Machtapparats). Über Einfluss hingegen verfügt, wer bestimmen kann, worüber gesprochen wird, und wer bestimmt, welche Überzeugungen als "normal" gelten...

















Von der Attraktivität totalitärer Scheinheiligkeit

Faschisten auf der ganzen Welt gewinnen Popularität, indem sie den Eindruck erwecken, die Welt sei bis ins Mark morsch und verfault. Hannah Arendt beschreibt in "The Origins of Totalitarianism" (1951), wie der Faschismus Menschen einlädt, "die Maske der Scheinheiligkeit abzuwerfen" und die Weltsicht zu übernehmen, dass es kein richtig und kein falsch gäbe, sondern nur Gewinner und Verlierer. Scheinheiligkeit (also zumindest rhetorisch vorzugeben, dass man in Übereinstimmung mit moralischen Werten handelte) kann instrumentell sein, wenn Politiker behaupten, durch Ideale motiviert zu sein - obwohl es damit in Wirklichkeit nicht so weit her ist. Die Scheinheiligkeit, deren Maske gefallen ist, beansprucht dann ganz offen, dass Gier, Rache und Vergeltung ebenso wie grundlose Grausamkeit nicht verkehrt sind, sondern politisches Verhalten ganz legitim rechtfertigen. [Masha Gessen]

Sie möchten die Zuneigung zu einem Diktator erleben? Stellen Sie sicher, dass die folgenden fünf Bedingungen vorliegen:

  Bedingung 1 Eine Bewunderung für Macht, Pracht und Herrlichkeit,
die sich auf Seiten der Bewunderer wie "alles unter Kontrolle" ("Sicherheit") und einer klaren Ordnung in einer unübersichtlichen Welt ("Sinnhaftigkeit") anfühlt. Der Ohnmächtige erliegt der Illusion, an der Macht teilzuhaben ("Kontrollillusion"), der individuell oder sozial Frustrierte möchte glauben, dass für ihn gesorgt würde (Abgabe der eigenen Verantwortung).
  Bedingung 2 Geteilte Vorurteile ("Werte") und Ängste gegenüber allem, was irgendwie "anders" ist (wie z.B. Angst vor dem Aussterben der "weißen Rasse" oder der eigenen Religion, auch Homophobie, Vielfalt allgemein). Auch die Erhöhung und Instrumentalisierung einer äußeren Bedrohung ("Belagerungsgefühl") erzeugt gefühlte Gemeinschaft. Selbstdefinition durch eine scheinbare Homogenität in der Gruppe ("Wir sind das Volk").
  Bedingung 3 Allgegenwärtige Geschichts- und Wirklichkeits-Klitterung durch professionelle Rethorik und "Kommunikation" (missbrauchte Sprache, Propaganda). Dadurch werden die Bedingungen Nr. 1 und 2 im Alltag präsent gehalten (populistisches "Schwarz-Weiß-Denken"). Das Pendant dazu ist natürlich die Beschneidung (bin hin zur Kastrierung) der unabhängigen Medien, die differenziertere Sichtweisen oder unbequeme Wahrheiten bereithalten. Der politische Gegner wird offen diffamiert, demontiert, entrechtet.
  Bedingung 4 Ignoranz hilft, über fantastische Inkorrektheiten und alternative Wahrheiten hinwegzusehen. Unter der fehlenden Bereitschaft (oder Unfähigkeit), Fiktion von Fakten zu unterscheiden, lässt sich das eigene Bewusstsein von der fremden Wirklichkeitskonstruktion in seiner Weltsicht bestärken ("Filterblase").
  Bedingung 5 Irrationalität, moralische Neutralität und Relativierung.
Alles kann alles bedeuten, nichts ist sicher ("Lügenpresse", Verschwörungstheorien). »Das Volk ist in höchster Gefahr. Nur der Paranoiker weiß, was auf dem Spiel steht.« [Richard Hofstadter (*1916 †1970), amerikanischer Historiker, 1964] Kritik an unrühmlichen Episoden in der eigenen Geschichte wird relativiert ("auch anderswo gab es Völkermord") und als "Nestbeschmutzung" wahrgenommen. Historische Verantwortung - insbesondere die Schutzfunktion von Erinnerungsarbeit für die Zukunft - wird abgelehnt ("wir sind eine neue Generation").

Wenn Gott in seiner Rechten alle Wahrheit, und in seiner Linken den einzigen, immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren, verschlossen hielte, und spräche zu mir: "Wähle!" - Ich fiele mit Demut in seine Linke und sagte: "Vater gib! Die reine Wahrheit ist ja doch nur für dich allein!" [Gotthold Ephraim Lessing in "Duplik" (1778)]

Es gibt so viele Weisen, sich zu irren: optisch, emotional, politisch, ethisch, und so viele gute wie schlechte Gründe dafür: aus Verliebtheit, aus Eile, aus Hoffnung, aus Bequemlichkeit, aus Unwissen, aus Geschmacklosigkeit, aus geistiger Unbeweglichkeit. Wie sehr ich mir Irrtümer selbst verüble, hängt sicher davon ab, ob ich mich privat oder öffentlich täusche, ob ich sie selbst entdecke oder ob jemand mich darauf hinweisen muss, auf wen oder was sie sich beziehen, inwiefern sie vermeidbar gewesen wären, welchen Schaden sie anrichten. Die absolute Wahrheit ist niemals zu haben, möglich ist allenfalls Wahrheitsähnliches. Wenn man dies weißt, dann sollte sich mancher scharfe Angriff auf Andersdenkende erübrigen. [Caronlin Emcke: Irren. SZ 2015/11/14]


Mehr:

















Impressioni vacanzieri


Mont Blanc [4810 m ü. NN]  ... noch mit Eiskappe.
Blick aus Osten aus ca. 20 km Entfernung
vom Tête de Crévacol [2605 m ü. NN]
(nahe dem Großen-St.-Bernhard-Pass)
[5. August 2017]


La Spiaggetta di Cardedu (Sardinien)
[31. Juli 2017]


Cala Goloritzè (Sardinien),
nur vom Meer her (per Boot) erreichbar oder über eine
1.5-stündige Wanderung von der 500 m höher gelegenen Hochebene
[23. Juli 2017]


















Wir wurden alle verklagt!


[Quelle: campact]

Derzeit verhandelt ein Schiedsgericht, ob Deutschland dem schwedischen Energie-Riesen Vattenfall eine fette Entschädigung für den Atomausstieg zahlen muss. Gegen diese Paralleljustiz für Konzerne – enthalten auch in TTIP und CETA – haben in den letzten Jahren Millionen Menschen in Europa protestiert. Sie wollen nicht, dass wir Schadensersatz zahlen müssen für Entscheidungen, die gut für's Gemeinwohl sind. Am Beispiel Fukushima lässt sich ablesen, dass Konzerne im Zweifelsfall Risiken eher (systematisch?) unterbewerten und im Haftungsfall unfähig sind, für entstandene Schäden aufzukommen.

Man reibt sich die Augen: trotz der breiten Kritik will / wird die EU-Kommission jetzt die Klagemöglichkeiten für Konzerne sogar noch ausweiten!

Hierzu verhandelt die EU derzeit mit rund 20 Staaten bilaterale Handelsabkommen – und alle sollen den Investoren aus diesen Ländern neue Sonderklagerechte gewähren. Mehr noch: Die EU-Kommission unter ihrem Chef Jean-Claude Juncker will einen internationalen „Gerichtshof“ für Investoren errichten. „Gerichtshof“ klingt nach Rechtsstaat... – was der Name verspricht, hält die Realität aber nicht ein: Klagen können ausschließlich die (ausländischen) Investoren. Umgekehrt können sie selbst (z.B. von EU-Staaten) nicht verantwortlich gemacht werden, wenn sie Menschenrechte verletzen oder die Umwelt zerstören.

Die EU-Kommission will die umstrittene Paralleljustiz aus TTIP und CETA zementieren: ein Exklusiv-Gericht für (übrigens nur ausländische) Konzern-Klagen. Die undemokratische Paralleljustiz soll Teil jedes weiteren Handelsabkommens werden. Unternehmerisches Risiko? Abgeschafft. Soll doch die Gesellschaft zahlen, wenn sie unbedingt Klima, Umwelt, Arbeit oder die Zukunft sichern will. Nach dem Motto: ist der demokratische Wähler doch selber schuld! Wir brauchen keine Festschreibung der Paralleljustiz für Konzerne, sondern deren Ende. Wer in Deutschland Geschäfte macht, sollte auch der deutschen Gerichtsbarkeit unterliegen.

Herr Juncker: kein Exklusiv-Gericht für (ausländische) Konzerne!

Wenn auch Sie die Pläne der EU-Kommission zur Einrichtung eines "Multilateralen Investitionsgerichtshofs" ablehnen:


















Szenario crazy. Mein Beitrag.


[Quelle: NASA]

Vor zwei Jahren schrieb die NASA: “Das Jahr 2014 war das wärmste auf der Erde seit den ersten Klimaaufzeichnungen vor 134 Jahren.” Letztes Jahr schrieb die NASA: “2015 war das wärmste Jahr, das jemals auf der Erde gemessen wurde, und der Rekord war nicht einmal knapp.” 2016 ist nun das dritte Jahr in Folge mit der weltweit höchsten Durchschnittstemperatur auf der Erdoberfläche seit den ersten Klimaaufzeichnungen in 1880. Die Grafik oben zeigt keine absoluten Temperaturen, sondern die Temperaturveränderung, also wie viel kälter oder wärmer es in einer Region der Erde geworden ist seit bzw. im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1951 bis 1980.


[Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur. Quelle: Süddeutsche Zeitung]

»Wir erwarten nicht jedes Jahr ein Rekordjahr, aber der anhaltende Trend zur langfristigen Erwärmung ist klar. Die durchschnittliche Oberflächentemperatur des Planeten ist seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert um 1.1°C gestiegen - eine Zunahme, die hauptsächlich durch Kohlendioxid- und andere menschengemachte Emissionen in die Atmosphäre verursacht ist. Der Löwenanteil der Erwärmung geschah dabei in den letzten 35 Jahren...«   [Gavin Schmidt, Director des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA]


[Globale Temperatur Anomalien 2016, Quelle: NASA]


Der Klimawandel geschieht genau jetzt. Welche Verantwortung habe ich?
Dr. Dirk Notz vom Max-Planck-Institut für Meteorologie, zeigte 2016 in einer Studie [Science], wie unser jährlicher CO2-Ausstoß mit dem Schmelzen des arktischen Meereis zusammenhängt: mit jeder Tonne CO2, die ein Mensch irgendwo auf dieser Erde freisetzt, verschwinden etwa drei Quadratmeter arktisches Sommereis.
Das heißt, mein Beitrag:

Autofahrt (Mittelklassewagen ) über 2000 km   1 m2 Eis abgeschmolzen
Hin- und Rückflug Frankfurt - San Francisco   5 m2 Eis abgeschmolzen
8-tägige Kreuzfahrt 3 t CO2 9 m2 Eis abgeschmolzen
deutscher Bundesbürger durchschnittlich
pro Jahr (laut Umweltbundesamt)
11,9 t CO2 36 m2 Eis abgeschmolzen

Das arktische Sommereis hat für das Klima eine besondere Bedeutung: es reflektiert einen Großteil des Sonnenlichts und hält so im Sommer die Nordhalbkugel (noch) vergleichsweise kühl. Sollten in Zukunft noch 1000 weitere Gigatonnen CO2 ausgestoßen werden, wird es laut dieser Studie im September kein Meereis mehr in der Arktis geben. Das wird wohl schon Mitte des Jahrhunderts (in einer Generation) der Fall sein...


[Spiegel Online, 3.11.2016]



Rückzug des arktischen Eispanzers

Größe der Fäche, die mit mindestens 15% Meereseis bedeckt ist (in Mio. km2)


[National Snow and Ice Data Center, University of Colorado, März 2017]




[Living Planet Report 2016, WWF, 27.10.2016]

Zu den vielen Disziplinen, in denen wir Deutsche Weltmeister sind, gehört die Fähigkeit, sich ein fantastisches Umweltbewusstsein einzubilden. Sind wir nicht das Volk, das als einziges eine Energiewende beschlossen hat? Wer sonst noch hat eine Klimakanzlerin? Ist das Wort "Mülltrennung" nicht eine Schöpfung, die geradezu unseren Nationalcharakter beschreibt? [Detlef Esslinger in Die Ökokiste, Süddeutsche Zeitung, 2. Juni 2017] Doch - reicht es, (im Winter) Bio-Erdbeeren zu kaufen, das Altglas (mit dem Auto?) zum Glascontainer zu fahren und den CO2-Ausstoß für den Wochenendtrip nach Barcelona mittels atmosfair zu kompensieren?

In seiner Enzyklika "Laudato Si" stellt Papst Franziskus fest, dass wir unfähig seien, unseren unmittelbaren Interessen eine Grenze zu setzen. Inzwischen ist jedes Jahr Anfang August der Tag erreicht, an dem die Ressourcen verbraucht sind, welche die Erde innerhalb eines Jahres reproduzieren kann (Earth Overshoot Day). Vor nur 30 Jahren war er noch kurz vor Weihnachten... Wie lange können wir uns noch darüber freuen, dass die Windschutzscheibe inzwischen fast insektenfrei bleibt?


Mehr:



Biogas-Zertifikat















Gute Vorsätze 2015 / 2016 / 2017
















Mönchbruch, Sylvester 2016



Mönchbruch, Sylvester 2016

Sylvester 2016 im Mönchbruch


















Climate Change


















UNO-Flüchtlingshilfe: Mehr als ein Zelt


Faire Wirtschaftspolitik und Entwicklungshilfe!

»Wir wissen, dass sich die Menschen extremistischen Gruppen nicht anschließen, wenn sie sich ernähren können.«
[David Beasley, Republikaner, von Donald Trump im April 2017 zum Chef des World Food Programms der Vereinten Nationen berufen]

Neben Krieg sind oft externe Faktoren die Ursache für Flucht: da ist nicht nur der Klimawandel, da ist insbesondere auch eine unfaire Wirtschaftspolitik.

»Einen Menschen in Syrien zu ernähren, kostet 50 Cent. Denselben Menschen in Berlin, Frankfurt oder London zu ernähren, kostet 50 Euro. Die Kosten sind das Hundertfache.«
[David Beasley, Republikaner, von Donald Trump im April 2017 zum Chef des World Food Programms der Vereinten Nationen berufen]













Firefox Logo

Stirbt der kleine David? Oder: in welchem Internet wollen wir leben?

Die Mozilla-Foundation lässt sich von Offenheit, Innovation und Chancen im Internet leiten. Als Interessenvertretung für ein freies Internet, für Datenschutz und gegen Monopolisierung und Überwachung verdient sie unsere Unterstützung!

Zu den Prinzipien der Non-Profit-Organisation zählen:






»Mozilla ist ein großes Experiment. Mozilla ist der Test,
ob eine gemeinnützige Organisation zum Wohl der Öffentlichkeit bessere Produkte bauen kann als die bestgeführten Firmen der Welt.«
[Nick Nguyen, Mozilla Produkt-Chef]

»Die Menschen interessieren sich hier zwar mehr für Datenschutzfragen, aber sie verhalten sich nicht danach. Ein offenes Netz gehört vielen, ein geschlossenes einigen wenigen. In einem offenen System hat die Mehrheit eine Chance. Heute bestimmt eine Minderheit, wie es der Mehrheit geht im Netz.«
[Mitchell Baker (*1957), Juristin und Leiterin der Mozilla-Stiftung]

»Wir nutzen die Smartphones, als gäbe es kein Morgen...«
[Yvonne Hofstetter, 2016]


Lesen Sie die Mission von Mozilla und das Mozilla-Manifest.


Natürlich gibt es Firefox auch für iOS und Android... ;-) Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Jetzt Firefox an Smartphone / Tablet senden



Suchmaschinen: Qualität versus Datenschutz versus Kosten

Was wäre ein Web-Browser ohne die Suche im Netz? Für die großen Suchmaschinen-Unternehmen - Google, Bing und Yahoo - ist Datenschutz in erster Linie als Marketing-Floskel relevant. Trotzdem: über 90% der Deutschen nutzen Google. Why?

MetaGer Die gemeinnützige Meta-Suchmaschine MetaGer finanziert sich größtenteils durch Spenden und wird in Kooperation mit der Universität Hannover entwickelt. Die Meta-Suchmaschine konsolidiert die Ergebnisse aus ca. 20 bis 30 Suchmaschinen (darunter auch eine Reihe von eigenen Crawlern und Indexern) und hat sich dem Schutz der Privatsphäre verschrieben: MetaGer speichert keine personenspezifischen Daten wie IP-Adresse oder Browser-Fingerprints und verzichtet auf Nutzer-Tracking (etwa über Cookies). Die Server von MetaGer stehen ausschließlich in Deutschland.

Logo StartPage wird von der niederländischen Surfboard Holding B.V., betrieben und leitet die eingegebenen Suchanfragen anonymisiert an Google weiter.


DuckDuckGo Auch DuckDuckGo ist eine Suchmaschine, die keine IP-Adressen speichert, keine Informationen über Besucher protokolliert und Cookies nur verwendet, wenn sie absolut notwendig sind. Ihre Verbreitung ist nach Bekanntwerden des Überwachungsprogramms PRISM der US-amerikanischen NSA stark gestiegen. Ab iOS 8 ist es möglich, DuckDuckGo als standardmässige Suche für iPhone und iPads einzustellen (ggf. also einfach das Betriebssystem updaten). Im Internet-Browser Safari unter Mac OS X ist DuckDuckGo als Standardsuche eingestellt. Auch mehrere Linux-Distributionen verwenden DuckDuckGo als Standardsuchmaschine, darunter die für den Mini-Computer Raspberry Pi. In China ist die Suchmaschine von Staats wegen blockiert. Deutsche Firefox-Benutzer hingegen kostet es gerade mal einen Klick... Für Android und iOS gibt's DuckDuckGo als App.

Suchmaschinen ohne User-Tracking im Überblick

Ziel ist, das digitale Wissen der Welt ohne Bevormundung durch Staaten oder Konzerne frei zugänglich zu machen ("De-Monopolisierung des Netzes"). Weil keine personenspezifischen Daten sitzungsübergreifend gespeichert werden (keine IP-abhängige Filterung, Stichwort "Filterblase"), lieferen diese - im Unterschied zu den großen Suchmaschinen wie Google oder Yahoo/Bing - keine personalisierten Suchergebnisse, d.h. für alle Nutzer sind die Suchergebnisse gleich.

Fazit

Am Ende sind immer drei Aspekte beteiligt, die in einem natürlichen Spannungsverhältnis stehen: die fachliche Qualität, der Datenschutz und die Kosten:

Hier geht es um das strategische Thema „freies/offenes Internet“ (Stichwort „Filterblasen“) und das steht natürlich in einem Spannungsverhältnis zur kommerziellen Verwertung durch (möglichst zielgenaue) Werbung…


»In einer Welt des ständigen Wandels
ist der einzige nachhaltige Wettbewerbsvorteil
des Tempo, in dem wir lernen.«
[Rolf Schrömgöns]

Mehr:


[27. Oktober 2016]












Wasser - Lebensmittel Nr. 1

Noch in den 1960er Jahren war es völlig selbstverständlich, Leitungswasser zu trinken. In Italien und Frankreich wird es teilweise noch heute am Tisch zu Speisen und zum Wein gereicht. Stilvoll in einer Glaskaraffe. Kostenlos. Dann kam die Getränkeindustrie. Ihr aggressives Marketing kam einer Gehirnwäsche gleich...


Rohstoff Wasser. Es ist schon befremdlich, im Dokumentarfilm "Bottled Life - Das Geschäft mit dem Wasser" die Tank-Lkws von Nestlé zu sehen, wie sie jeweils 5000 bis 6000 Liter Leitungswasser aus den Bergen (für in Summe gerade einmal 15 US $!) in die Stadt karren, wo es dann in Plastikflaschen verpackt wird und anschließend in die ganze Welt weitertransportiert wird. Am Ende stehen Menschen, die bereit sind, für einen Hunderte Kilometer gereisten Liter "Lifestyle" mehr als einen Dollar zu zahlen... Der Film von Res Gehringer und Urs Schnell gewann den Herbert Quandt Medienpreis 2013.

Schleppst du noch oder zapfst du schon? Leitungswasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel. In der Stadt Pfungstadt kommt das Leitungswasser - es sollte eigentlich besser Brunnenwasser genannt werden - aus Brunnen von bis zu 100 m Tiefe. Es braucht keine Nachbehandlung, insbesondere kein Chlor, es hat ausgezeichnete Analysewerte, die es mit dem sogenannten "Mineralwasser" aus dem Handel locker aufnehmen. Schüler der Friedrich-Ebert-Schule Pfungstadt führten im Juli 2016 ein Projekt zum Thema Leitungswasser versus Plastikflaschenwasser durch: sie ließen Mitschüler auf dem Schulhof - blind - Wasser verkosten. Vier Wässer aus dem Handel traten an gegen das Pfungstädter Brunnenwasser. Plakate verglichen Kosten, CO2-Verbrauch und Mineraliengehalt. Jede Schülerin / jeder Schüler, die/der bei der Wasserverkostung mitmachte, setzte am Ende jeweils einen Punkt für dasjenige Wasser, welches ihr/ihm am besten schmeckte. Und siehe da...


Transportkilometer im Vergleich
 

Wesentliche enthaltene Mineralien im Vergleich
 

Preisvergleich: angegeben ist jeweils der Faktor, um den das jeweilige Wasser
teurer als Pfungstädter Brunnenwasser (= 0,16 Cent je Liter) ist




Genuss ohne Beigeschmack. Jeder von uns ist beteiligt: durch unser Verhalten definieren wir für andere, was "normal", was "angesagt" ist. Jeder von uns bewirkt also "etwas".

Wenn ich Brunnenwasser trinke, hoffe ich, daran mitwirken zu können, dass in der Zukunft

Einfach toll, dass in der Zukunft immer mehr Menschen wieder das Gute im Brunnenwasser kosten, schätzen und genießen! Sonst könnte es geschehen, dass die heutigen harschen Standards gelockert werden, um der Intensivst-Fleischindustrie zu erlauben, unsere Böden mit noch mehr Gülle zu fluten. Die Welt, in der wir leben, ist die Welt, in der wir konsumieren...

Mehr:

[25. Oktober 2016]












Kein Geschenk für die Atom- und Kohleindustrie!

Bürgerinnen und Bürger ersetzen die Atomkraft in Deutschland durch Wind- und Solarenergie: eine weltweit bestaunte Erfolgsgeschichte! Jetzt könnte sie ein jähes Ende finden. Zurzeit überarbeitet die Regierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die günstige Windenergie soll beschnitten werden, um Kohle und Atomstrom - i.e. die großen Energiekonzerne - zu fördern. Die Regierung riskiert damit nicht nur zehntausende Arbeitsplätze ... und den Klimaschutz. Wenn der Ausbau der Erneuerbaren erst einmal stockt, wird es nicht lange dauern, bis die ersten Kassandra-Rufer fordern, die schmutzigen Meiler von RWE, Eon und Co. müssten länger laufen dürfen... Am Donnerstag, 12.5.16, treffen sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel zu einer Sonderkonferenz, um sich auf das neue Gesetz zu einigen. Dies ist womöglich die letzte Chance, diesen Angriff auf die Energiewende abzuwehren. Stimmen auch Sie dafür, dass jährlich weiterhin deutlich mehr als 2.500 Megawatt Windenergie an Land hinzugebaut werden dürfen und dass Bürgerenergieprojekte bis zu 18 Megawatt von der Ausschreibungspflicht ausgenommen werden:



Nachtrag: die geplante Novelle zum EEG hat inzwischen leider den Bundestag passiert: die Windkraft in Deutschland wird deutlich gestutzt. Die "Klima-Kanzlerin" Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) und die Regierungschef/innen der Länder waren sich darin einig, sich lieber einig zu sein - selbst um den Preis der Erneuerbaren Energien. Eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin, kommt zu dem Schluss, dass die Pariser Klimaschutzziele so nicht erreicht werden könnten. Die Energiewende am Ende...?

Mehr:

[Mai 2016]












Über den Wolken...




Blick von der Hafelekarspitze über Innsbruck
 

Seegrubenspitze
 

Blick von der Zugspitze [2962 m ü. NN] gen Osten.
Etwa in Bildmitte der Großglockner [3798 m] in 130 km
und der Großvenediger [3657 m] in 108 km Entfernung
[7. Januar 2016]





In seinem Buch AUFBRECHEN fordert Gunter Dueck eine neue Bildungskultur, Studium für alle, eine Exzellenzinitiative für Deutschland, einen Kulturwandel in Richtung Y-Gesellschaft.

Unbelehrbare Inkompetenz und graues Mittelmaß haben keine Chance mehr, die Wissensgesellschaft braucht multikompetente Menschen, die wissen, was sie können, und die vor allem wissen, was sie können müssen und wollen.
[Gunter Dueck, 2010]

In seiner Kolumne vom Januar 2016 formuliert er nun das:


Manifest für Agile Erziehung

Wir erschließen bessere Wege, Menschen zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Während dieser Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt:

Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.

Ja! Ich denke, dieses Manifest für Agile Erziehung würden so ziemlich alle Lehrer/innen sofort unterschreiben. Und vor allem: seine Ideen werden - meiner bescheidenen Erfahrung nach - in der Schule bereits gelebt! Soweit es eben geht...

Spannender als die Freude über ein gefühltes "Wir" in der Meinung über gewünschte zukünftige Grundauffassungen von Bildung wären konkrete Schritte heute. Wir könnten ja z.B. in jedem Schuljahr die Eltern fragen, ob ihre Kinder in diesem Schuljahr Noten bekommen sollen. Und all diejenigen Kinder, deren Eltern unterschreiben, erhalten von mir nur noch Lernfortschrittsberichte. Jedes Kind erhielte seine Erfolge schwarz auf weiß. Ich müsste nicht mehr alle über einen Kamm scheren. Viel Zeit mit erwartbaren Diskussionen über die Gerechtigkeit bei der Notenvergabe wäre gespart.

Ob dieser Zeitgewinn allerdings schon ausreicht, um 24 bis 30 Kinder individuell im Unterricht bei ihren projektartigen Arbeiten (je nach eigenem Kenntnis- und Kompetenzprofil) zu begleiten und zu fördern, so wie ich es mir wünsche, da bin ich mir nicht so sicher... Neue Schulen mit Lerninseln, mit kleineren oder verzweigten Unterrichtsraumflächen, die mehr als 1,2 qm Fläche pro Schüler bieten, wären auch schon ein guter Anfang. Die Realität sieht leider anders aus. In Hessen wurde das Betreuungsverhältnis für die Oberstufe gerade mal wieder gekürzt. Ein großartiger Schritt in die richtige Richtung wäre auch, wenn wenigstens die Kinder mit sonderpädagogischer Förderbedarf mehr als 5 bis 6 Schulstunden individuelle Begleitung (pro Woche) erhielten... Wohin man auch schaut: ob bei den Ressourcen der Schulleitungen (die die Innovation antreiben müssen), ob bei den Mitteln für Schulentwicklung und Fortbildung: das Bildungssystem wird als Kostenblock gemanagt ("jedes Jahr 10% Kosteneinsparung!").

Am Ende geht es m.E. um die Wertigkeit von Bildung in unser Gesellschaft [= "wir"! - Was ist das noch einmal?]. Am Ende geht es um die Frage, ob unsere Gesellschaft - ähnlich wie in der Flüchtlingsfrage - bereit ist zu teilen, d.h. (1) vom eigenen HEUTE abzugeben (ok, ich weiß nicht, vielleicht geht es ja auch ohne Steuererhöhungen, z.B. mittels eines europäischen Bildungsfonds, für den Herr Draghi das Geld druckt?) und (2) zu investieren in junge Menschen, die IN ZUKUNFT Deutschland ausmachen. Studien wissen ja schon lange, dass Glück und Erfolg im Leben schon sehr früh messbar sind: nämlich daran, ob Kinder Wünsche sofort befriedigen oder ob sie sich den Lustgewinn ein wenig aufsparen können. Fragen wir uns: ist es Stand heute eine LUST, in das zukünftige Glück Deutschlands (anstelle in sich selbst) zu investieren? Kann man von einem Politiker allen Ernstes erwarten, dass er seinen Wählern erklärt, dass es besser ist, wenn er ihnen heute etwas wegnimmt? (U.U. einem kinderlosen Menschen?) Welcher Wähler wäre bereit, ihn trotzdem zu wählen?

Wir brauchen Fernsehminuten, die fühlen lassen, dass Geben glücklicher macht als Nehmen, dass wir als Gesellschaft uns erfolgreich entwickeln, Fernsehminuten gegen die Angst, Fernsehminuten, die Vertrauen in die Zukunft wachsen lassen. Fernsehminuten, die zeigen, wie es geht und was man konkret tun kann. Fernsehminuten für einen Zukunftsfond Deutschland, in den jeder jederzeit steuerfrei einzahlen kann. Meinetwegen gegen ein Zertifikat, dass man auf facebook einstellen kann... Meinetwegen mit Abstimmungsrecht bei der Priorisierung der einzelnen Ausgabenposten des Fonds. Was wir haben, sind jede Menge Fernsehminuten, die die Abwehrreflexe gegen das Neue dokumentieren… Wenn aber die Bundesregierung ein solches Werbefernsehen für das zukünftige Deutschland nicht beauftragt - wo ist die Stiftung, die diese Werbung schaltet? Jeden Tag , auf allen Sendern, parteiübergreifend? Machen wir agile Erziehung zum gesellschaftlichen Thema! Gründen wir agile Schulen - heute! Ich wette: die Lehrkräfte unserer Schulen würden sich in Scharen dort bewerben! Fragen wir doch die Lehrkräfte selbst, was sie für's Gelingen der agilen Erziehung brauchen bzw. sich wünschen. (Demonstrieren dürfen sie ja nicht, auch wenn sie es öfters gern würden.) Hören wir einander zu. Vielleicht bekämen in der agilen Schule sogar alle Schülerinnen und Schüler etwas zu essen! Heute, im 21. Jahrhundert in Deutschland, haben in der 7. Stunde, nach der Mittagspause, in vielen Klassen 50% der Schülerinnen und Schüler noch nichts gegessen. Kein Mittagessen. Kein Frühstück. (Naja, ok, vielleicht haben sie sich Chips gekauft.) Und jetzt wollen wir mal Mathematik lernen... Auf der grünen Wiese gelingt Innovation leichter. Und schon in 20 Jahren, da bin ich mir sicher, wenn mal wieder ein neues staatliches Schulgebäude gebaut werden muss, wird man sich einiges von der agilen Schule abgucken.

»Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.«
[afrikanisches Sprichwort]

Wie wäre es mit einem

Manifest für eine agile Gesellschaft

Wir erschließen bessere Wege, unsere Gesellschaft zu entwickeln, indem wir gute Dinge selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt:

Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.



Individualiät UND Gemeinschaft

Am Ende sehe ich: INDIVIDUALITÄT, individuell fördern und sich entwickeln, agile Erziehung, geht nicht ohne ein starkes Wir-Gefühl, ein Vertrauen in eine GEMEINSCHAFT. Eine Gemeinschaft, die ihrer Verantwortung für den einzelnen, für jeden einzelnen, auch den zukünftigen, gerecht wird. Eine Gemeinschaft, die jedem einzelnen erst einmal vertraut (dass er seinen Beitrag - je nach eigenen Kräften - am Ende leisten wird). Eine Gemeinschaft, die man nicht einfordert, die man nicht anruft, sondern eine Gemeinschaft aus Ichs, die (je individuell) tun, vertrauen, gerecht werden. Für den gemeinschaftlichen Erfolg. Teamgeist! Kooperatives Verhalten! (Gibt es sogar bei den Affen, habe ich gehört.) Ein unglaublicher Spagat. Aber wir müssen beides parallel entwickeln, Individualität und Gemeinschaft. Online wie offline. Wirkt nicht die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen in diese Richtung? (Gegenseitiges Vertrauen!) Oder die um das Wahlrecht ab 0 Jahren? (Gerechtigkeit für die Kleinsten!) Joseph Beuys? (Tun! Heute anfangen!) Keine Noten (außer, zur Selbststeuerung, bei den verbindlichen Leistungsnachweisen) und dafür Aufnahmeprüfungen an den Unis!

Das Bildungssystem ist der Spiegel der Gesellschaft.

Viele Lehrkräfte arbeiten heute übrigens auch deshalb Teilzeit, weil dieser Job extrem anstrengend ist - und sie ihre persönlichen Qualitätsvorstellungen, ihren eigenen Anspruch bei einer Vollzeitstelle nicht umsetzen könnten. Eine Gehaltserhöhung erhielten Lehrer in Hessen übrigens in den vergangenen Jahren nicht (im Gegensatz zu den regelmäßigen Rentenerhöhungen).










Scheinriesen

Im Kinderbuch „Jim Knopf und der Lokomotivführer“ von Michael Ende (1962) erschrickt Jim in der Wüste vor einem Riesen, der so riesig ist, dass die hohen Berge neben ihm ganz klein scheinen. Er will sogleich die Flucht ergreifen. Doch Lokomotivführer Lukas schlägt vor, den Riesen erst einmal kennenzulernen, und winkt ihm freundlich zu. Welch ein Erstaunen! Je näher der Riese kommt, desto kleiner wird er! Herr Turtur ist ein „Scheinriese“: je weiter man von ihm entfernt ist, desto größer "scheint" er...

Am 26. April 1937 legte die deutsche Luftwaffe die baskische Stadt Gernika in Schutt und Asche - in Unterstützung des Francos-Regimes im spanischen Bürgerkrieg. Unter dem Schock und dem Entsetzen über die Unmenschlichkeit organisierte Leah Manning, britische Labour-Abgeordnete und angesehene Erzieherin, noch im Mai desselben Jahres humanitäre Hilfe: sie evakuierte an die 4.000 Kinder, zwischen 5 und 15 Jahren alt, aus dem Baskenland um sie vor der Gefahr, Opfer des Krieges zu werden, zu retten. Die Kinder wurden mit dem Schiff nach Southhampton gebracht, von wo sie auf Familien in England, Wales und Schottland verteilt wurden. Nach dem Krieg wurde die Mehrheit der Kinder zurückgeführt. Und heute...?

Oder: waren nicht unzählige Deutsche zur Flucht gezwungen - gerade mal vor 75 Jahren?

Oder: was ist mit dem deutschen Wirtschaftswunder in der Nachkriegszeit, das auf den Zuzug von Arbeitskräften angewiesen war? Und hat Deutschland nach dem 2. Weltkrieg nicht auch all die Flüchtlinge aus dem Sudentenland etc. verkraftet? Ist in Deutschland eine Entwicklung vollkommen undenkbar, die im Schmelztiegel Nordamerika zu einer unvorstellbar erfolgreichen Entwicklung führte, zu beispielsloser Innovationskraft und Reichtum? Wird Pluralität in Deutschland etwa als Hemmschuh gesehen? Auch: nirgends in Europa gibt es - Stand heute - einen so hohen Anteil von Senioren an der Gesamtbevölkerung wie in Deutschland. Braucht Deutschland die Verjüngung nicht dringend, sofern auch die Baby-Boomer noch eine nennenswerte Rente beziehen wollen...? Tun wir genug dafür, dass die Neuankömmlinge rasch die deutsche Sprache lernen? Tun wir genug dafür, dass sie eine Ausbildung erhalten und selbständig leben können?

»Den meisten Menschen fehlt es nicht an Werten. Aber sie lassen sie nur für Gruppen gelten, denen sie sich zugehörig fühlen. Diese inneren Grenzen gilt es zu überwinden, um grenzüberschreitende Probleme zu lösen. Greueltaten etwa im Krieg sind immer dann möglich, wenn ein Austausch der Perspektiven unmöglich erscheint und es am Grundwert der Fürsorge - erweitert um Güte, Wohlwollen und Liebe - fehlt. Europas Flüchtlingskrise zwingt uns, über unseren nationalen, kulturellen und religiösen Tellerrand zu blicken und uns in die Lage der Flüchtlinge hineinzuversetzen.« [Dennis J. Snower, Ökonom, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Kiel, in: Süddeutsche Zeitung, 31. Oktober 2015]

Ach ja, und... wie genau, bitte, soll eigentlich die Alternative aussehen? Hohe Mauern (... ja, um was genau eigentlich?), Stacheldraht und Schießbefehl? Wer die deutsch-deutsche Grenze noch kennt, wird nicht fassen können, dass sich Menschen - freie Bürger - so etwas aus freien Stücken als Wirklichkeit wünschen. Womöglich ist wohl gemeint, dass uns Griechenland und Italien einige ihrer Inseln zur Verfügung stellen (da kaum freiwillig: vermutlich gegen eine hohe Prämie), auf denen man dann die Menschen stapeln könnte. (50 Jahre später, um das Jahr 2070 herum, wird dann vermutlich wieder niemand von diesen menschenunwürdigen Lagern gewusst haben wollen.) Aber auch im Inneren eines solchen europäischen Stacheldraht-Käfigs würde es ungemütlich: würde nicht womöglich ein sich bald immer autoritärer gebärdendes Regime Hetzjagden veranstalten auf alle "verdächtigen" Menschen, die die falsche Hautfarbe haben? Und Menschen anfangen, ihren Nachbarn Boateng zu denunzieren? Menschen, die mit Flüchtlingen Mitleid haben, werden als Kollaborateure verunglimpft? Ein Polizeistaat mit Versammlungsverbot, totaler Überwachung etc. - aus Sorge vor terroristischen Attentaten...?

Warum bloß all das viele Geld dafür nicht jetzt und sofort investieren in diejenigen Länder, aus denen die Menschen flüchten? Z.B. schlicht durch faire Handelsbeziehungen (anstelle von systematischer Benachteiligung) und auch endlich durch ernsthaften Kampf dem Klimawandel - der schließlich viele der Probleme verursacht (und den wir reichen Länder verursacht haben)? Am Ende steht die Erkenntnis, dass man nicht in Frieden prosperieren kann, wenn man nicht auch bereit ist, den Wohlstand einigermaßen fair zu teilen. (Ein Prinzip, das auf nationaler Ebene - zwischen "arm" und "reich" - längst anerkannt ist.) Der Blick auf's Ganze lässt Zusammenhänge sichtbar werden. Suchen wir Alternativen - z.B. zu Gas und Öl: Devisen, mit denen - wohin man auch schaut - Kriege und Repression finanziert werden! Übernehmen wir Verantwortung! Lernen wir teilen! Global denken und gemeinsam mehr erreichen. Schützen und entwickeln wir diesen einen kleinen Planeten Erde. Das scheinhomogene nationale Kollektiv ist eine Fiktion, die vom menschlichen Bedürfnis nach Zugehörigkeit genährt wird. Sich als Weltbürger zu fühlen ist vielleicht unbequem. Angst bereitet es nur dem Pessimisten...


[Quelle: zeitzuender]
»Universelle Rechte erkennen die Gleichheit und Würde aller Menschen an und transzendieren damit die unvermeidliche humanitäre und auch politische Borniertheit jeder nationalen demokratischen Gemeinschaft. Die Universalität ist längst mehr als nur ein Rechts- und Moralprinzip, sie existiert de facto. Trotzdem zieht die Vernetzung durch ökonomische Ströme, durch ökologische Risiken und Ressourcenkämpfe, durch kosmopolitische Vermischung, durch den bis in entferntesten Winkel geteilten way of life, durch militärische Interventionen und grenzüberschreitende Tragödien, überhaupt durch geopolitische Verantwortlichkeiten viel zu wenige normative und mentale Konsequenzen nach sich. (...)

Für Demokratien ist das Fremde konstitutives Element ihres inneren Zusammenhalts. Selbst wenn wir ganz unter uns sind - sind wir Mitbürger und Fremde. Demokratien müssen mehr als bisher dazulernen. Voraussetzung dafür ist, die Idee der "zivilen Nation" zu akzeptieren, die schon die Französische Revolution hervorbrachte: sie ist nicht auf Blutsbanden gegründet, sondern auf stets neu zu verhandelnden Werten und Zusammengehörigkeiten.«   [Andreas Zielcke (*1943 Königsberg, lebt in München), Süddeutsche Zeitung, 30. Oktober 2015]










Was gibt's denn da zu gucken?


Foto: celila, freepik

SZ: Warum will der Mensch überhaupt so viel wissen?

Markus Gabriel: Weil die Welt für uns offen ist, wir kennen ihre Grenzen nicht. Und wir wollen diese Lücke unbedingt füllen, mit Informationen oder Dingen. Egal, ob das jetzt ein neues Auto ist oder eine Nachricht von Freunden - wir wollen, dass die Offenheit aufhört. Weil wir dann endlich etwas Bestimmtes sind.

SZ: Und diese Sehnsucht treibt uns auch dazu, ununterbrochen Online-News und Facebook-Posts zu verfolgen?

Markus Gabriel: Genau. Das tägliche Sammeln von Informationen dient der Erzeugung von Sicherheit.

SZ: Wir wollen eben informiert sein.

Markus Gabriel: Um Information geht es längst nicht mehr. (...) Uns treibt die Hoffnung auf die ultimative Nachricht. Lieber wäre uns doch der sofortige Alienangriff oder der plötzliche totale Klimawandel, als dass wir ertragen, wie alles banal und alltäglich weitergeht. (...) Den Gedanken finden Sie sogar schon bei Aristoteles. Der hat gesagt, dass die Menschen sich lieber etwas Schreckliches ansehen, als gar nichts zu sehen.

[Professor Markus Gabriel, Universität Bonn, spezialisiert auf Erkenntnistheorie, im Gespräch mit Max Fellmann und Till Krause, Süddeutsche Zeitung Magazin 13, 2015: Was gibt s denn da zu gucken?]

SZ: Warum ist die Unruhe überhaupt so verlockend?

Ralf Konersmann: Weil sie von sich selbst ablenkt. Es gibt Dinge, die wir nicht wahrhaben wollen, da präsentiert sich die Unruhe als ideale Alternative. Sie tritt eben nicht als Unruhe in Erscheinung, sondern als verlockendes Angebot nach dem Motto: schau mal, das könnte dich interessieren. In allen Lebenslagen und unter allen Umständen drängt uns die Unruhe vom Wirklichen zum Möglichen, vom Wie-es-ist zum Wie-es-sein-könnte.

Die Unruhe sichert uns zu, dass es irgendwann besser wird. Viele politische Ideologien setzen auf Veränderung, ohne sie genau zu erklären.

[Professor Ralf Konersmann, Direktor des philosophischen Seminars der Universität Kiel, im Gespräch mit Tobias Haberl, Süddeutsche Zeitung Magazin, 17. Februar 2017]

»Sie sind alle nicht da,
abgestoßen vom Hier, auf der Flucht,
im Zwischenreich, auf dem Wege,
zerstäubt in einem Schwarm der Aufmerksamkeiten,
in einem dezentrierten Leben.«
[Roger Willemsen, in: Wer wir waren - Zukunftsrede, 2016]

»Niemand wird mehr als wir die Ruhe ersehnt
und die Unruhe geliebt haben.«
[André Gide]

»So eile denn in Frieden.«
[Johann Christian Friedrich Hölderlin, 1800]










Steuern!


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Mehr:









7 Milliarden Menschen.

Wenn ich helfe, die ärmsten Kinder zu retten -
leiste ich damit nicht der Bevölkerungsexplosion Vorschub?






Hans Rosling /

zeigt:
Das Gegenteil
ist richtig.




Das Bevölkerungswachstum stoppt erst,
wenn wir damit beginnen,
die ärmsten Kinder zu retten.
Und: jedes Jahr zählt!
[Video]












Weiher, Schloss Adolphseck








Diese Kerze brennt für die über 1500 Opfer des Gaza-Krieges und die über 100.000 Menschen, die obdachlos wurden.




Menschenrechts-Logo

Es ist an der Zeit, STOPP zu sagen zu einer Politik, die


»Die Religion rechtfertigt nicht den Scheiterhaufen,
der Vaterlandsbegriff rechtfertigt nicht den Massenmord,
und die Wissenschaft entsündigt nicht die Tierfolter.«
[Berta von Suttner, 1898]


»Aus einem politischen und moralischen Dilemma hilft keine Abkürzung des Denkens. Ein gutes Gewissen ist manchmal allein der voreilige Vorzug einer bequemen Position.«
[Carolin Emcke, in der SZ vom 18.10.2014, auf die Konflikte Ukraine/Russland, Gaza/Israel, in Syrien, Irak, Hongkong u.a. gemünzt]



Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Auszug)


Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2

Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebiets, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Artikel 3

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.


Mehr Informationen:

[8. August 2014]







Freihandels-Falle TTIP:
Ausverkauf der Zukunft

Manch einer meint, beim geplanten Freihandels-Abkommen TTIP zwischen der EU und den USA ginge es bloß um Fracking, Gen-Essen und Hormonfleisch.
Tatsächlich geht es um nicht weniger als die Zukunft von Demokratie und Sozialstaat.
Hohe Mauern werden bald das internationale Großkapital vor dem "Hindernis Demokratie" schützen.
TTIP zementiert die Interessen der Konzerne und Investoren.
Am Ende zahlen die Gemeinwesen und die Umwelt die Zeche.


«Eine Klage soll, wie mittlerweile durchgesickerte Vertragstexte zeigen, nur dann kein Gehör finden, wenn das Gremium entscheidet, dass die angegriffene Regelung "offensichtlich im Allgemeininteresse" liegt. Investmentexperten sollen entscheiden, was im Allgemeininteresse liegt? Das muss jeden empören, der unser Grundgesetz ernst nimmt, dem zufolge Parlamente, Regierungen und Gerichte entscheiden beziehungsweise prüfen, was im Allgemeinintereesse liegt. Generationen von Demokraten haben für diese Grundprinzipien demokratischer Rechtsstaaten gekämpft. (...) Wer Europa will, kann das nicht zulassen. Die EU ist zu wichtig, um sie dieser [neoliberalen, Anm. TEW] Ideologie vollends auszuliefern.»
[Herta Däubler-Gmelin, Bundesjustizministerin 1998-2002]



Transatlantisches Freihandelsabkommen
(Wikipedia)

Transatlantischer Freihandelsbluff:
Konzerne profitieren, Menschen verlieren

Unterzeichnen Sie die selbstorganisierte Bürgerinitiative!

[25. Jun. / 7. Okt. 2014]







naturstrom - Biogas
Ob nun Giftgas von Assad befohlen wurde oder nicht: 100.000 Menschen wurden im Syrien-Krieg Stand Sep. 2013 getötet. Rund 2,6 Mio. Syrer flohen aus ihrem Land, darunter 1 Mio. Kinder. Gazprom steht für undurchsichtige Geldflüsse. Gazprom stillt mehr als ein Drittel des Erdgas-Durstes Deutschlands. Gazprom gehört zu 50% dem Staat Putins. Auf dem G20-Gipfel in St. Petersburg (6. Sep. 2013) kündigte Putin an, dass Moskau auch weiterhin Waffen nach Syrien liefern werde. Mehr: Waffen für Assad (focus) Heizen mit Biogas:
  • Null g CO2,
    100% Klima.
  • Null Bohrungen
    in der Arktis.
  • Null Fracking.
  • Kein Cent mehr für den Syrien-Krieg.

Gute Dinge tun, anstatt Dinge zu tun, um sich gut zu fühlen.


Energy flows where attention goes. [Hawaiianisches Sprichwort]

[8. September 2013]











Costa Verde, Sardinien  Weitere Fotos...









Ob Hahnenkämpfe im TV oder Stammtisch-Gepolter: beharken wir uns nicht unaufhörlich aus verschiedenen Denkwelten heraus?


Nach jeder kriegerischen Diskussion von Schwarz gegen Weiß weiß der Schwarze besser, warum er schwarzsehen muss, weil er wieder neue Argumentationsnuancen beim Krieg gefunden hat, der Weiße ebenso. Die Teufelsspiralen des „Un-Meta“ sperren unser Denken immer mehr ein. Wie also kann man EINSEITIG mit der Metakommunikation oder mit einem Diskurs beginnen? Ein konstruktiver Diskurs, um etwas Ganzes, ein konstruktives Ergebnis, zu errichten, wird kaum noch gesehen... Zeit, sich Gedanken über ein neues Menschenbild zu machen!









Was

wirklich


glücklich



macht.

»Vergangenes Jahr haben wir in China 42 neue
Smartphone-Modelle in die Läden gebracht.«
[Arthur Wei, Computerhersteller Lenovo, Peking.
Zitiert nach: Handelsblatt 2013/04/04]


Es siegt,
was man auch tut,
nur die Glückseligkeit,
nicht die Kraft.

[Pindar (518-446 v. Chr.),
griechischer Dichter]

Wie kommt es, dass viele Amerikaner das deutsche Wort "Schadenfreude" kennen, aber fast keiner das Jiddische "shep naches": Freude über den Erfolg eines anderen? Die Psychologie-Professorin Sonja Lyubomirsky, Universität von Kalifornien, fand in wissenschaftlichen Experimenten (wie andere Menschen an der Bar oder im Büro) heraus, dass sich unglückliche Menschen oft vergleichen und das Ergebnis sehr ernst nehmen. Sie tendieren dazu, sich besser zu fühlen, wenn sie schlecht abschneiden, aber erfahren, dass andere noch schlechter abschnitten, als wenn sie selbst exzellent abschneiden und erfahren müssen, dass andere noch besser waren.

»Wenn du unglücklich bist, gibt es einen Weg, wie du wieder happy wirst. Wenn du fünfmal die Woche ins Fitnessstudio gehst, wirst du fitter. Das ist vorhersehbar. Wenn du glücklich werden willst, musst du es zu deiner Priorität im Leben machen und dich dafür einsetzen. (...) Mein Glückstraining besteht aus: 6-7-5. Sechs große Illusionen, die für Verwirrung sorgen. Illusionen wie Ego, Kontrolle oder Angst beispielsweise stören die Glücksgleichung. Sieben blinde Flecken beeinträchtigen Ihre Lebenswirklichkeit, und das verzerrte Bild macht Sie unglücklich [darunter z.B. unsere Filter, unsere Annahmen, unsere Erinnerungen, unsere Etiketten]. Zu guter Letzt habe ich fünf ultimative Wahrheiten, Liebe oder Tod zum Beispiel [oder das "Jetzt" sowie "Wandel"], an denen man festhalten sollte. (...) Glück ist keine glückliche Fügung, sie wird nicht vom Leben gegen. Es liegt ganz und gar in unserer eigenen Verantwortung. (...) Die Reise zum Glück fängt im Kopf an, aber endet bei deinen Emotionen. Du solltest lernen, deine Gefühle bewusst wahrzunehmen. Nur dann kannst du dein Leben so gestalten, dass es dich glücklich macht. Glück ist eine Entscheidung. (...) Seinen Gedanken muss man nicht gehorchen; Ich kann sie akzeptieren, ich kann sie aber auch verwerfen. Ich kann das Gehirn bitten, mir eine bessere Antwort zu liefern. Behandle dein Gehirn wie eine biologische Funktion und verstehe, dass es nicht der Chef ist - du bist der Chef. (...) Es gibt einen Unterschied zwischen Schmerz und Leiden. Schmerz sollte genug Motivation sein, etwas zu verändern und seine eigene Glücklichkeit zu verbessern - anstatt des endlosen Zykels des Leidens.«
[Mo Gawdat, Chief Business Officer von X, der Forschungsabteilung von Google.
Sein Sohn starb bei einer Blinddarm-Operation]


Das Glück fällt den Menschen nicht in den Schoß.
Es ist von jedem Selbst aus eigener Kraft zu erringen,
indem er aus seiner eigenen Weisheit heraus Werte schafft.
[Makiguchi Tsunesaburo, 1871 - 1944]

„Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.“
[Siddhartha Gautama Buddha, 563 - 483 v. Chr.]

In dem Augenblick, in dem man einer Sache seine volle Aufmerksamkeit schenkt - und sei es nur ein Grashalm – wird sie zu einer einzigen, wunderbaren und großartigen Welt.
[Henry Miller]







Gundbach im Mönchbruch

an einem winterlichen Tag
im April 2013...












Buche im Habichtswald  Mehr Herbstbilder...













Meine
Daten

sind


keine




Ware.

Wir reiben uns die Augen - Werbetreibende, Adresshändler und Auskunfteien reiben sich die Hände: Der Bundestag hat beschlossen, dass Meldeämter künftig Ihre Adresse an Datenhändler verkaufen dürfen. Ohne dass Sie das verhindern könnten. Ist das Recht auf informationelle Selbstbestimmung bald Geschichte? Für staatliche Meldeämter scheinen übliche Datenschutzrichtlinien zukünftig außer Kraft gesetzt zu sein. Wenn auch Sie der Meinung sind, dass für die Weitergabe Ihrer Daten Ihre ausdrücklich Zustimmung nötig ist - signalisieren Sie dies dem Bundesrat! Nur er kann diese Regelung noch stoppen. Unterzeichnen Sie den Aufruf Meine Daten sind keine Ware.

Nachlese: Der Protest von 2012 hat geholfen, siehe:







Nachhaltigkeit geht vor Umsatz.
Darf ein Arzt eine Leber, die vom Organvermittlungszentrum Eurotransplant einem Patienten X gemäß Warteliste zugewiesen wurde, vor Ort einem anderen Patienten transplantieren? Unter bestimmten Bedingungen: ja. Und die Klinik erhält 150.000 € für jede Transplantation - pauschal. Das setzt die behandelnden Ärzte natürlich unter Druck; die Transplantationszentren sind die Cash-Cows der Kliniken.

»Wir transplantieren heute Organe von 85-jährigen Spendern.« [Jauch, Münchner Chirurg]

Der Arzt muss sich nur ein wenig Zeit lassen mit der Feststellung, dass die angebotene Leber doch nicht so gut zum Patienten X passe oder für ihn schlicht "zu schlecht" sei. Weil eine Leber oder insbesondere ein Herz außerhalb des Körpers nur wenige Stunden überleben, ist nun Eile angesagt und Eurotransplant gibt das Organ zur sogenannten regionalen ("beschleunigten") Vergabe frei. Mit etwas mehr krimineller Energie kann ein Arzt auch ein frisch zur Verfügung stehendes Organ eines soeben verstorbenen Patienten schlecht reden. Dann wird niemand, der in der Warteliste von Eurotransplant ganz oben steht, das Organ anfragen: wer will schon eine zweitklassige Leber, wenn er gute Chancen auf eine bessere hat? Und schon kann die Klinik das Organ "regional", also z.B. in der hauseigenen Transplantationsklinik, verpflanzen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr zur schnellen Organvergabe: "Alle Empfänger stehen auf der Liste."

Was zählen Transplantationszahlen (außer für die Klinik natürlich), wenn die behandelten Patienten die nächsten Monate nicht überleben? Einen Organspendeausweis werde ich persönlich erst wieder tragen, wenn:

Die Kontrolle über Spenden, Zuteilung und Transplantationen hat übrigens in Deutschland nur die Bundesärztekammer ("ärztliche Selbstverwaltung"). Der Gesetzgeber hat dem Bundesgesundheitsministerium jede Aufsichtsmöglichkeit genommen. Es kann (derzeit) nicht einmal Straftatbestände einführen. Einem Arzt die Approbation entziehen kann humorigerweise allerdings nur eine staatliche Stelle. Aber es gibt ja (bislang) keine dezidierten Straftatbestände...

[11. August 2012]
Mehr:





Das Ende der Nachkriegsdemokratie. Von Wolfgang Streeck, Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, Köln. Süddeutsche Zeitung, 27. Juli 2012

Wer für die Krise bezahlt? Ist längst entschieden: Bei der Verteilung der Konkursmasse des Schuldenstaats zählen die Ansprüche der Gläubiger mehr als die seiner Bürger. Europa auf dem Weg in die Schöne neue Welt: Umbau der Europäischen Union in ein Inkassobüro für Staatsschulden, an denen Banken restrisikolos verdienen können. Die nationalen Parlamente ratifizieren die institutionellen Veränderungen stehenden Fußes mit der Zinspistole der "Märkte" am Kopf. Die Aufgabe der Politik lautet: keine reinigenden Gewitter mehr. Bittere Pillen anstatt Schmerzmitteln, statt Umverteilung gibt es "Reformen", statt äußerer Abwertung durch Währungsschnitt die innere: "Wettbewerbsfähigkeit" durch Lohnsenkungen, Rentenkürzungen, flexible Beschäftigung jedweder Art. Für örtliche Verbündete gibt es Loyalitätsprämien ("Wachstumsprogramme"). Im Politainment übersetzen Politiker "Märkte" in Sachzwänge (um wiedergewählt werden zu können). Die wohlfahrtsstaatliche Darseinsvorsorge - für die nachwachsende Generation preisgegeben. [28. Juli 2012]

Mehr:





Die CO2-Emissionen unseres Flugs in den Urlaub im Juli 2012 nach Andalusien im Vergleich:
Quelle:







Mehr:







Regulierung der Regierungen!
Helfen wollen wir gern! Aber bitte nachhaltig. Mit Occupy Together artikulieren sich – weltweit - Bürger gegen die Macht der Banken, d.h. gegen die Privatisierung von Gewinnen bei Sozialisierung der Risiken. Einfordern müssen dies aber die Regierungen! Vergessen wir auch nicht, dass sich Regierungen in der Vergangenheit schamlos bei den Banken Geld liehen. Es müssen heute politische Schritte folgen, denn sobald 'das Schlimmste' vorbei ist, wird es morgen politisch unmöglich sein, nachhaltige Regelungen gegen Schön-Wetter-Politik durchzusetzen. Die Regierungen müssen ebenso wie die Finanzmärkte durch eine strenge Regulierung entwaffnet werden. Die 'Sachzwänge', die alle treffen werden, stehen schon vor der Haustüre: Reduzierung der Kita-Plätze, Pkw-Maut, usw...

«Fairness ist eine Voraussetzung für Zusammenarbeit»
Der Entwicklungspsychologe Michael Tomasello hat die Kooperation bei Menschen und anderen Primaten studiert. Er hat einiges zu sagen über den Zusammenhalt in Zeiten der Finanzkrise und des Klimawandels.
[Mehr: Süddeutsche Zeitung vom 2.12.2011]

Die Euro-Länder haben sich zur Einhaltung der 1997 (!) im Stabilitäts- und Wachstumspakt vereinbarten Kriterien verpflichtet:

  1. Das Haushaltsdefizit darf maximal 3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen.
  2. Die Gesamtverschuldung darf 60 % des BIP nicht überschreiten.
Euro-Länder erhalten günstigere Kredite. Deshalb sind sie anfälliger dafür, mehr neue Schulden zu machen. Auf diese Weise haben Deutschland und Frankreich 2003 die Glaubwürdigkeit des Stabilitätspakts zerstört.


Mehr zum Thema:







Ökologie ist keine Frage der Perspektive, kein Heilsversprechen, keine Ideologie, kein Dogma. Ökologie ist Notwehr gegen Angriffe auf Lebensgrundlagen. Wer sie als solche versteht, kann ideelle Grenzen überwinden. Dann wirken auch die kleinen Schritte. [Andrian Kreye. In: Süddeutsche Zeitung, 9.4.2011]



Wir haben ein Werk geschaffen,
das die Pyramiden überdauern wird.
Hätten die Neandertaler vor 30.000 Jahren Atomkraft genutzt, müssten wir noch heute aus deren "Endlagern"
giftiges Wasser abpumpen.
100 Gründe gegen Atomkraft

Wohin fließt Ihr Stromgeld? Wird sich ein Stromanbieter politisch für die Förderung von Erneuerbare Energien und die Verhinderung von Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken einsetzen, wenn er selbst noch an Atom- und Kohlestrom verdient? Zeigen Sie dem Atomstrom und der Kohle die rote Karte !

Anbieter Atomkraft* Erneuerbare
Energieträger
Verbrauchspreis
(Cent pro kWh)
Grundpreis
(€ pro Monat)**
Bundesdurchschnitt 25% 17%    
EnBW (2010) 47% 24%    
Yello Strom (2009) 47% 24% 25,97 11,03
E.ON Mitte 32% 29%    
GGEW (2009) 27% 25% 23,52 4,57
Vattenfall (2008) 25% 16%    
RWE (2009) 18% 3%    
Mainova (2009) 14% 36% 19,29 5,00
entega (2009) 0% 66% 24,42 7,92
Elektrizitätswerke Schönau (2009)*** 0% 95,9% 23,90 6,90
Greenpeace Energy 0% 100% 24,80 8,90
Lichtblick 0% 100% 23,64 8,95
Naturstrom 0% 100% 21,25 7,95
*...billiger Atomstrom - nur leider ohne Haftpflicht?!? Ob mit oder ohne Hausratsversicherung: im Fall einer Katastrophe lassen Sie Ihr kontaminiertes Haus auf eigene Rechnung zurück! Nur deshalb, weil Energieerzeuger nur mit 2,5 Milliarden € für die u.U. astronomischen Schäden einstehen müssen, »scheint« die Atomkraft billig. Erwarten Sie nicht auch, dass für risikante Wirtschaftsunternehmungen das Gleiche gilt wie für jeden, der sich hinter's Steuer setzt? Fordern Sie eine - in diesem Fall: weltweite - Haftpflichtversicherung! Mehr bei Gunter Dueck: Unverantwortlichkeit mit beschränkter Haftung, März 2011
*...wer Dreck macht, muss ihn auch selbst wegmachen?!? Was für Kinder gilt, gilt nicht für die Atomindustrie! Ihr ist vertraglich zugesichert, an der "Entsorgung" sogar noch verdienen zu dürfen. Diese Rechnung zahlt also auch derjenige Steuerzahler (bzw. dessen Kinder), der seinen Strom aus erneuerbaren Energien bezieht: panorama-Sendung 22.7.2010
**Tarife für PLZ 64546. Tarife können je nach Ort abweichen.
***Auch ohne Kohle. Investiert kräftig in EE und Kraftwärmekopplung. In Bürgerhand.
Seit Dezember
2005 sind
alle Energie-
versorgungs-
unternehmen
in Deutschland
gemäß § 42
Energie-
wirtschaftsgesetz
verpflichtet,
die Herkunft
ihres Stroms
anzugeben.




Selbst ebenfalls von den Vorteilen und Zukunftschancen der erneuerbaren Energien begeistert? Beim Bundesverband Solarwirtschaft gibt's weiteres Argumentationzunder gegen die durchschaubare Bedenkenträgerkampagne der Atom-Lobby. Ein High-Tech-Standort muss vorangehen, wenn er seinen Lebensstandard auch seinen Kinder gönnt...







[gesehen an der Startbahn West]
So werden in Deutschland die Airlines jedes Jahr mit 11 Milliarden € subventioniert. Die ökologischen Kosten? Soll bitte jemand anderes tragen. Die 2011 eingeführte pauschale Ticketsteuer hingegen (Steuereinnahmen 2011: 905 Mio. €) schafft nicht nur keinen Anreiz, moderne Flugzeuge einzusetzen: die Fluggesellschaft fliegt mit einem leeren Flieger sogar günstiger als mit einem voll besetzten! Für diejenigen, die ihren CO2-Ausstoß trotzdem wiedergutmachen wollen, gibt es atmosfair








Dr. Emden-Weinert created: 2009/2/13, last changed: 2019/01/08